Man wird nicht dummer

Published: June 9, 2023, 4:04 a.m.

Am vergangenen Wochenende hatten wir wieder Studentinnen zu Gast, die das Angebot "Kloster auf Zeit" wahrgenommen haben. Die eine studiert Theologie und Geschichte auf Lehramt f\xfcr Gymnasiale Oberstufe, die andere Sonderp\xe4dagogik und Religion f\xfcr Sonderschulen. Sie steigen aus dem normalen Studentenleben aus, lassen Studium, Vorlesungen, Seminare und Hausarbeiten links liegen, treffen sich abends nicht mit Freunden, gehen am Wochenende nicht ins Kino oder in die Lieblingskneipe. Sie trauen sich, etwas komplett anderes zu machen.\n\nSie erleben bei uns auch den normalen Alltag eines Klosters: gemeinsame Gebetszeiten, Gottesdienste, zusammen essen, Zeiten der Stille und des Nachdenkens, Gespr\xe4che \xfcber Gott und die Welt, \xfcber Studien- und Zukunftspl\xe4ne. Und sie erleben, wie schon viele vor Ihnen: Tapetenwechsel, andere Begleiterinnen durch die Tage und ein bisschen Zeit ergeben eine Tiefe in den Gespr\xe4chen, im Nachdenken und im Schweigen, die sie oftmals vorher nicht erlebt haben. Manchmal ergeben sich dann pl\xf6tzlich Fragen und Zweifel oder Hoffnungen kommen zum Vorschein, die n\xe4her angeschaut werden m\xfcssen und auch k\xf6nnen. Und immer wieder neu bin ich erstaunt, mit wie wenig katholischem Grundwissen diese jungen Frauen ihr Studium meistern und bei geistlichen \xdcbungen wie Stundengebet, Bibel Teilen oder den Engel des Herrn beten, komplettes Neuland betreten.\n\nFaszinierend finde ich dann, dass ihnen das bewusst ist und sie wie ein Schwamm alles aufsaugen, was wir ihnen an Spiritualit\xe4t, Glaubenswissen und Glaubensleben so nebenbei mitgeben k\xf6nnen. Manchmal reicht ein Spaziergang mit dem Hinweis auf Kapellen und Kirchen, auf Patronate oder dargestellte biblische Szenen, um eine unglaublich tolle Neugier zu wecken und dem dann am Abend auf den Grund zu gehen. Und da haben dann wir alle was davon. Man wird nicht d\xfcmmer, wenn man G\xe4ste im Haus beherbergt, das sp\xfcren wir mit Genuss immer wieder gern.