Kultur - Waffe im Klassenkampf oder Bindeglied im geteilten Deutschland?

Published: Sept. 23, 2024, 12:17 p.m.

Der Weg zum deutsch-deutschen Kulturabkommen von 1986 war lang und m\xfchsam. Seit 1973 war verhandelt worden. Vor allem die Biermann-Ausb\xfcrgerung und der Konflikt um die R\xfcckf\xfchrung von Kulturg\xfctern verhinderten lange Zeit ein offizielles Abkommen zwischen der Bundesrepublik und der DDR. Die jeweiligen politischen Ziele widersprachen sich grundlegend: Die DDR wollte ihr internationales Ansehen steigern und zugleich ihre These der zwei deutschen Kulturnationen unterstreichen. Die Bundesrepublik ging dagegen weiterhin von einer Nation mit unteilbarer Kultur aus und zielte darauf ab, den nationalen Zusammenhalt zu erhalten sowie durch Kunst und Kultur einen gesellschaftlich-politischen Wandel in der DDR zu bef\xf6rdern. Aus Angst vor westlicher Einflussnahme wurde der Kulturaustausch zwischen den beiden deutschen Staaten von der SED-F\xfchrung ideologisch \xfcberfrachtet und umfassend reglementiert. Die M\xf6glichkeiten der kulturellen Pr\xe4sentation westdeutscher Akteure in der DDR sowie ostdeutscher Kulturtr\xe4ger im Westen waren daher weitgehend abh\xe4ngig von der Genehmigungspraxis Ost-Berlins.
\nVortrag: Prof. Dr. G\xfcnther R\xfcther. Podiumsdiskussion mit Heinz Eilers, Elmar Faber, Rolf Schneider, Prof. Dr. G\xfcnther R\xfcther. Moderation: Maria Ossowski.