Diese Dissertation widmet sich der Analyse der Eigenschaften der Systeme \u03c0\u2212\u03b7 und \u03c0\u2212\u03b7\u2032. Wir untersuchen dazu Daten, welche das COMPASS-Experiment am CERN im Jahr 2008 bei den Reaktionen \u03c0\u2212p \u2192 \u03c0\u2212\u03c0\u2212\u03c0+\u03c00p bzw. \u03c0\u2212p \u2192 \u03c0\u2212\u03c0\u2212\u03c0+\u03b7 mit niedrigem Impulsu \u0308bertrag auf das Targetproton (0.1 GeV^2 < \u2212t < 1 GeV^2) aufgezeichnet hat. Die isoskalaren Mesonen \u03b7 und \u03b7\u2032 erscheinen dann als Peaks in den invariante-Masse-Spektren der Dreik\xf6rpersysteme \u03c0\u2212\u03c0+\u03c00 bzw. \u03c0\u2212\u03c0+\u03b7, die jeweils im Endzustand \u03c0\u2212\u03c0+\u03b3\u03b3 selektiert wurden. Wir zerlegen die so gewonnenen Zweik\xf6rpersysteme nach Partialwellen. Wir finden eine einfache Vorschrift, welche es erlaubt allein anhand von Phasenraumfaktoren mit guter \xdcbereinstimmung die Amplituden der geraden Partialwellen D+ (JP = 2+) und G+ (JP = 4+) zwischen den beiden Endzust\xe4nden zu \xfcbersetzen. Desweiteren gehen wir der Frage nach, ob eine beobachtete Intensit\xe4t der P+-Welle mit einer Resonanz identifiziert werden kann. Ihr neutraler Isospinpartner h\xe4tte Quantenzahlen JPC = 1\u2212+, welche nicht mit einem Fermion-Antifermion-Zustand identifiziert werden k\xf6nnen, welche also nicht einem Quarkmodellzustand zugeordnet werden k\xf6nnen. Zudem identifizieren wir die bekannten Mesonen a2(1320) und a4(2040), deren Verzweigungsverh\xe4ltnisse wir bestimmen.\n\nBevor wir zu diesen Ergebnissen kommen, beschreiben wir die bekannten Eigenschaften der starken Wechselwirkung im Hinblick auf die Systematisierung mesonischer Systeme. Wir diskutieren die im von uns betrachteten Bereich hoher Energien und niedriger Impuls\xfcbertr\xe4ge \xfcbliche Behandlung von Streuprozessen als t-Kanalaustausch sogenannter Regge-Trajektorien und er\xf6rtern Symmetrieeigenschaften, welche die Datenanlyse erheblich vereinfachen.\nAnschlie\xdfend diskutieren wir das COMPASS-Experiment, wobei wir besonderes Gewicht auf die Teile legen, welche bei der Gewinnung der in dieser Arbeit analysierten Daten wesentlich waren. Insbesondere beschreiben wir den als Teil dieser Arbeit entwickelten Sandwich-Veto-Detektor, ein elektromagneitsches Kalorimeter, welches als wesentlicher Teil des Triggersystems die verwertbaren Daten um einen Faktor > 3 anreicherte, indem es Ereignisse ausschloss, in welchen Reaktionsprodukte das Spektrometer verfehlten.\nUm die Datenselektion mit bestm\xf6glicher Qualit\xe4t durchf\xfchren zu k\xf6nnen, wurde im Rahmen dieser Arbeit ein datenbasiertes Eichverfahren f\xfcr die elektromagnetischen Kalorimeter des COMPASS-Experiments entwickelt. Eine Software zum kinematischen Fit wurde ebenso entwickelt und benutzt, um eine m\xf6glichst hohe Aufl\xf6sung zu erzielen. Wir zeigen kinematische Gr\xf6\xdfen, die die vorliegenden Produktionsmechanismen verdeut- lichen.\n\nWir erl\xe4utern das Analyseverfahren der sogenannten Partialwellenanalyse in seiner Anwendung auf die betrachteten periph\xe4r produzierten Systeme aus zwei Pseudoskalaren Teilchen und die benutzten Softwarel\xf6sungen, welche teilweise eigens f\xfcr diese Arbeit entwickelt wurden. Diese Techniken wenden wir auf die Daten an und kommen so zu den bereits oben erw\xe4hnten Ergebnissen. Wir vergleichen auch die Ergebnisse, die wir mit zwei verschiedenen Ans\xe4tzen erhalten. Beim einen wird das \u03c0\u2212\u03b7(\u2032)-System als Zweik\xf6rpersystem behandelt, beim anderen werden die Dreik\xf6rperzerf\xe4lle \u03b7 \u2192 \u03c0\u2212\u03c0+\u03c00 bzw. \u03b7\u2032 \u2192 \u03c0\u2212\u03c0+\u03b7 zur Untergrundseparation benutzt und somit ein Vierk\xf6rpersystem behandelt.\n\nWir heben an dieser Stelle besonders hervor, dass wir eine einfache Transformation finden, welche es erlaubt die beobachteten Partialwellen D+ und G+ mit Quantenzahlen JP = 2+ bzw. 4+ zwischen den beiden Systemen \u03b7\u03c0\u2212 und \u03b7\u2032\u03c0\u2212 als qualitativ gleichartig zu erkennen. Wir stellen aber auch fest, dass diese Gleichartigkeit f\xfcr die spin-exotische P+-Welle nicht gegeben ist.\nZuletzt f\xfchren wir in Analogie zu fr\xfcheren Analysen Modellfits durch, in welchen wir Parametrisierungen der Daten anhand von Breit-Wigner-Resonanzamplituden finden, und nutzen diese, um Verzweigungsverh\xe4ltnisse der bekannten a2(1320) und a4(2040) Mesonen zu gewinnen. Wir vergleichen diese mit den Vorhersagen aus der Theorie der \u03b7-\u03b7\u2032-Mischung, und im Falle des a2(1320), mit fr\xfcheren Messungen.\nIn Anh\xe4ngen sammeln wir einige n\xfctzliche Formeln und au\xdferdem Ergebnisse, welche nicht zum Hauptteil dieser Arbeit passen.