Die Absorptionsspektroskopie im mittleren infraroten (MIR, etwa 500-4000 cm-1) Spektralbereich ist ein wichtiges Hilfsmittel in der biomolekularen Forschung. Mit ihrer Hilfe k\xf6nnen z.B. strukturelle Eigenschaften von Proteinen und enzymatisch katalysierte Reaktionen sichtbar gemacht werden. Zur Interpretation solcher Spektren ben\xf6tigt man jedoch Rechenmethoden, vermittels derer MIR Spektren mit hoher Genauigkeit vorhergesagt werden k\xf6nnen.\n\nIm ersten Teil dieser Arbeit betrachte ich Cyclopyrimindimere (CPD), die durch ultraviolette Strahlung in dem Erbgutmolek\xfcl DNS entstehen und potentiell mutagene oder lethale Folgen f\xfcr die Zelle haben. Um zuk\xfcnftige Experimente zu leiten, welche die licht-induzierte Reparaturreaktion dieser Defekte durch das Enzym Photolyase mit zeitaufgel\xf6ster Spektroskopie verfolgen wollen, habe ich mit Hilfe der Dichtefunktionaltheorie (DFT) die MIR Spektren von Modellstrukturen einzelner Intermediate der CPD Reparatur berechnet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Intermediate der CPD Reparatur anhand der spezifischen MIR Absorption ihrer Carbonylmoden identifiziert werden k\xf6nnen und dass der Weg der Spaltung eines CPD in native DNS Basen auf diese Weise aufgeschl\xfcsselt werden kann.\n\nIm zweiten Teil dieser Arbeit untersuche ich jene Methoden, die in der Literatur zur Berechnung von MIR Spektren aus Molekulardyamik (MD) Simulationen, bei denen eine DFT Beschreibung eines Molek\xfcls mit einer molek\xfclmechanischen (MM) Beschreibung der Umgebung kombiniert wird, vorgeschlagen worden sind. Dazu leite ich die Vorschriften der verschiedenen Methoden f\xfcr den Fall eines einzelnen Molek\xfcls in einem polaren L\xf6sungsmittel aus der linearen, quantenmechanischen St\xf6rungstheorie her. Anhand dieser Herleitung und der Ergebnisse einer exemplarischen Anwendung der Methoden auf eine DFT/MM-MD Simulation eines Formaldehydmolek\xfcls in Wasser diskutiere ich die den jeweiligen Methoden zugrundeliegenden Annahmen und N\xe4herungen sowie m\xf6gliche neue Verfahren zur Korrektur der durch die N\xe4herungen induzierten Fehler bei der Berechnung von MIR Spektren.\n\nFerner entwickle ich aus dieser Analyse ein neues Verfahren zur Berechnung von MIR Spektren kleiner Molek\xfcle in polaren L\xf6sungsmitteln, mit dessen Hilfe sich die Frequenzfluktuationen des gel\xf6sten Molek\xfcls, die durch die Wechselwirkung mit der fluktuierenden L\xf6sungsmittelumgebung entstehen, mit einer Aufl\xf6sung von etwa 10-30 fs berechnen lassen. Anhand einer exemplarischen Anwendung zeige ich, dass es diese Methode erlaubt, die Ursachen der Frequenzfluktuationen im Detail zu untersuchen und deren Beitr\xe4ge zu MIR Linienbreiten zu ermitteln.