Kolloidale Halbleiternanokristalle sind aufgrund ihrer vom Ultravioletten bis weit ins Infrarote durchstimmbaren Emissionswellenl\xe4nge besonders interessante Nanostrukturen f\xfcr zuk\xfcnftige optoelektronische Bauelemente und werden daher zurzeit intensiv erforscht.\n\nIm Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit steht die Untersuchung und Manipulation der Lichtemission von neuartigen, st\xe4bchenf\xf6rmigen Cadmiumselenid/Cadmiumsulfid (CdSe/CdS) Nanokristallen in einem Einzelpartikelfluoreszenzaufbau. Diese Nanokristalle bestehen aus einem sph\xe4rischen CdSe-Kern, an den ein CdS-Nanost\xe4bchen monokristallin gewachsen wird. Dadurch entstehen r\xe4umlich asymmetrische Halbleiternanost\xe4bchen mit einem Aspektverh\xe4ltnis zwischen 1,6 und 4,0. Durch die Messung der strahlenden Rate konnte in dieser Arbeit gezeigt werden, dass das Elektron \xfcber das gesamte Nanost\xe4bchen delokalisiert ist, wohingegen das Loch im CdSe-Kern lokalisiert ist. Daher kann man durch die L\xe4nge des Cadmiumsulfidst\xe4bchens den Wellenfunktions\xfcberlapp direkt manipulieren.\n\nDie Wellenfunktionen und damit die Emissionsenergien k\xf6nnen neben der Geometrie insbesondere auch durch externe elektrische Felder kontrolliert werden. Da die Gr\xf6\xdfe dieses so genannten \u201eStarkeffekts in quantenbeschr\xe4nkten Strukturen\u201c mit der r\xe4umlichen Ausdehnung der Nanostruktur zunimmt, konnte in den Nanost\xe4bchen ein, verglichen zu sph\xe4rischen Nanokristallen, deutlich erh\xf6hter Feldeffekt beobachtet werden. Experimente an einzelnen CdSe/CdS Nanost\xe4bchen zeigen aber nicht nur eine Verschiebung der Emissionsenergie um das 50-fache der Linienbreite, sondern zugleich eine feldinduzierte Abnahme der Emissionsintensit\xe4t um eine Gr\xf6\xdfenordnung.\n\nDie experimentellen Ergebnisse lassen sich hervorragend mit einem theoretischen Modell vergleichen. Dazu wurde das effektive Massenmodell um die Coulombwechselwirkung erg\xe4nzt und durch eine finite Elemente Methode f\xfcr asymmetrische Geometrien erweitert. Damit ist es m\xf6glich, sowohl die strahlende Rate, die Starkverschiebung der Emissionsenergie wie auch die Intensit\xe4tsmodulation durch elektrische Felder qualitativ und quantitativ vorherzusagen und den Starkeffekt in kolloidalen Nanokristallen durch ein quantenmechanisches Modell zu beschreiben.\n\nDie Emissionscharakteristik wird nicht nur durch externe Felder, sondern auch durch Fluktuationen lokaler Felder beeinflusst, welche durch diffundierende Oberfl\xe4chenladungen entstehen. Diese lokalen Feldver\xe4nderungen induzieren ebenfalls eine Starkverschiebung und f\xfchren zu einer zeitlichen Variation der Emissionsenergie. Durch die elongierte Form der Nanost\xe4bchen ist es erstmals gelungen, bei kolloidalen Nanokristallen die Bewegung von Oberfl\xe4chenladungen auf der Nanometerskala zu beobachten. In dieser Arbeit wird gezeigt, dass man dabei zwischen einer zuf\xe4lligen Bewegung der Oberfl\xe4chenladungen um den Ladungsschwerpunkt und der Verschiebung des Ladungstr\xe4gerschwerpunkts unterscheiden kann.