Mit Teresa Beck setzt Gudrun das 2014 mit Tobias Hahn gef\xfchrte Gespr\xe4ch fort. Die Software ChromX zur Computersimulation von Chromatographie-S\xe4ulen ist inzwischen Teil des Portfolios einer Ausgr\xfcndung aus dem KIT mit dem Namen GoSilico. Neben Thiemo Huuk, der gleichzeitig mit Tobias Hahn im Rahmen seiner biotechnologischen Promotion die Kundenbed\xfcrfnisse f\xfcr Chromatographie-Simulationen erforscht hat, und Tobias Hahn ist Teresa als dritte im Team Gr\xfcnderin der im Januar 2016 an den Start gegangenen GmbH. Tobias ist Diplom-Mathematiker. 2010-2015 modellierte er im Rahmen seiner Promotion Aufreinigungsprozesse mit modernen mathematischen Simulationswerkzeugen. Es erwies sich als sinnvoll, daf\xfcr schlie\xdflich ganz in die Bio-Verfahrenstechnik zu wechseln. Teresa Beck ist hingegen Diplom-Meteorologin, deren Faszination f\xfcr die Modellierung der Wetterph\xe4nomene am Computer schlie\xdflich zu einer Promotion in Mathematik am EMCL (erst in Karlsruhe und dann in Heidelberg) f\xfchrte. Einige Zeit haben Gudrun, Tobias und Teresa in der gleichen Gruppe am Institut f\xfcr Angewandte und Numerische Mathematik am KIT gearbeitet, bevor sich die Wege wieder trennten. Der Kern des Programms ChromX ist eine parallelisierte Finite Elemente Simulationssoftware f\xfcr die Advektions-Diffusions-Gleichungen in Aufreinigungsprozessen. Die Benutzer sind jedoch keine mathematischen Experten, sondern in der Regel Laborantinnen und Laboranten. Deshalb ist es genauso wichtig, eine funktionierende Simulation zu realisieren, wie eine grafische Oberfl\xe4che zu schaffen, die ganz intuitiv die Laborerfahrung nachbildet und dabei die Mathematik "versteckt". Schlie\xdflich sollen teure Experimente ersetzt werden und daf\xfcr mu\xdf die Bedienung den Personen im Labor leicht fallen und m\xf6glichst Freude machen. Alle eigentlich f\xfcr die Mathematik wichtigen Parameter, die auf Parallelisierung, Wahl nichtlinearer L\xf6ser oder schlechte Kondition des Problemes Einflu\xdf nehmen, muss das Programm eigenst\xe4ndig sinnvoll setzen, denn f\xfcr den normalen Benutzer sind diese unverst\xe4ndlich. Daf\xfcr m\xfcssen Parameter-Konfigurationen, die f\xfcr die Bedienung gesetzt werden, von vornherein sinnvoll eingeschr\xe4nkt werden, um die Stabilit\xe4t und Korrektheit der Simulation zu gew\xe4hrleisten. Daneben gibt es jedoch auch eine Experten-L\xf6sung, wo ein Parameterfile direkt \xfcbergeben werden kann. Es ist immer etwas ungewi\xdf, wie erfolgreich Ideen aus der Forschung in ein florierendes Unternehmen \xfcbersetzt werden k\xf6nnen. F\xfcr die Gr\xfcndung von GoSilico war aber in der ganzen Entwicklungsphase schon die Industrie-Tauglichkeit mitgedacht und geeignete Partner mit am Tisch. Durch die Pr\xe4sentation der Erfolge mit der Forschungssoftware auf Tagungen gab es auch schon vor der Ausgr\xfcndung viel Interesse an einer zuk\xfcnftigen Zusammenarbeit. Deshalb lagen zur Gr\xfcndung viele Letters of intent vor. Wichtiger Teil des Alltages im Unternehmen ist es jetzt, die Software zu verkaufen. (...)